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Kommentar: Investitionen als Schlüssel zur wirtschaftlichen Erneuerung

Die deutsche und europäische Wirtschaft befindet sich nicht nur in einem konjunkturellen Tief, sondern leidet zunehmend unter einer strukturellen Investitionsschwäche. Diese Entwicklung ist kein rein deutsches bzw. europäisches Phänomen – laut OECD besteht weltweit eine Investitionslücke seit 2008– doch in Deutschland ist sie besonders ausgeprägt. Ein Blick auf die realen Ausrüstungsinvestitionen zeigt die Dramatik: Während die USA zwischen 2019 und 2025 ein Plus von 12 Prozent verzeichnen, stagniert der Euroraum, und Deutschland weist ein Minus von 14 Prozent auf.
Die Ursachen sind vielfältig: Die Unsicherheit ist hierzulande überdurchschnittlich hoch – sei es durch geopolitische Spannungen, regulatorische Komplexität und am aktuellen Rand durch die erratische US-Zollpolitik. Und Unsicherheit ist Gift für Investitionen. Dazu kommen spürbar höhere Kosten am Standort bei Steuern, Arbeit, Bürokratie und Energie. Entsprechend sinkt die Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere im Vergleich zu China. Auch im Verarbeitenden Gewerbe zeigt sich diese Schwäche explizit: Die Investitionsquote fiel von rund 3,5 Prozent (2019) auf etwa 3 Prozent (2023). Besonders betroffen ist der Maschinenbau, der als Investitionsgüterindustrie direkt unter den rückläufigen Aufträgen leidet.
Diese Investitionsschwäche hat langfristige Folgen: Das Potenzialwachstum sinkt, und angesichts der demografischen Entwicklung sind Netto-Investitionen in den Kapitalstock unerlässlich, um Produktivität und Wohlstand zu sichern. Kurzfristig könnten steigende Staatsausgaben die Ausrüstungsinvestitionen stützen (Stichwort: Sondervermögen). Entscheidend ist jedoch, dass strukturelle Reformen umgesetzt werden, um private Investitionen – die rund 90 Prozent der Ausrüstungsinvestitionen ausmachen – nachhaltig zu stimulieren. Investiert wird, wenn man optimistisch in die Zukunft schaut. Hierfür muss die Politik bessere Rahmenbedingungen schaffen. Nur so lässt sich das wirtschaftliche Potenzial Deutschlands und Europas wieder heben.
Die Investitionsdynamik hat abgenommen
Deutschland und Europa verlieren den Anschluss
Die Wettbewerbsfähigkeit sinkt
Investitionen im Ausland nehmen zu
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Eckdaten des Maschinenbaus
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Welthandelsanteile
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